Was ist Autismus?

Autismus ist eine wesentliche Entwicklungsbeeinträchtigung. Betroffene nehmen ihre Umwelt differenzierter wahr, als die meisten Menschen – sie reagieren und kommunizieren oft anders.

Autistische Störungen - auch Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) genannt - gehören zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Dies bedeutet, dass nahezu alle Bereiche der Entwicklung schon im frühen Kindesalter betroffen sind. Die Veränderungen sind hirnorganisch bedingt, sie sind angeboren und bisher nicht heilbar und daher ein Leben lang vorhanden.

Zu den Autismus-Spektrum-Störungen gehören (u.a.):

  • der Frühkindliche Autismus (F84.0)
  • der Atypische Autismus (F84.1)
  • das Asperger-Syndrom (F84.5)
  • das Rett-Syndrom (F84.2)
  • die sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84.8)
  • die nicht näher bezeichnete tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84.9)

Die Grenzen zwischen den verschiedenen autistischen Störungen sind fließend, ebenso die Grenze zur „Normalität“. Zudem weist etwa die Hälfte der Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung eine zusätzliche intellektuelle Beeinträchtigung auf. Andererseits gibt es aber auch hochbegabte Menschen mit Autismus oder Inselbegabungen / außergewöhnliche Stärken und Interessen.

Alle autistischen Störungen weisen qualitative Beeinträchtigungen in den Bereichen

  • Kommunikation / Sprache,
  • Soziale Integration / Kontaktverhalten
  • Vorlieben / Interessen / Aktivitäten

auf.

 

Die Stärke der Beeinträchtigungen ist individuell sehr verschieden.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Autismus fallen häufig dadurch auf, dass sie…

 

…Blick- und Körperkontakt meiden

…wie taub wirken

…ununterbrochen über ein Thema sprechen

…in einigen Bereichen außergewöhnliche Fähigkeiten zeigen

…sich in sozialen Situationen unwohl fühlen

…sich bizarr bewegen

 

Wenn die autistische Störung lange unerkannt bleibt, können verschiedene zusätzliche Störungen auftreten.

Eine frühe Diagnose ist aus diesem Grund wichtig.